Gebet – Dialog mit Gott

Der Autor Bbr. Mag. Patrick Busskamp OPraem ist Pfarrer der Pfarrkirche Amras und Corporationskurat der KÖL Theresiana.

Was ist der Unterschied zwischen einem Franziskaner und einem Jesuiten? Ein Franziskaner bittet den Heiligen Vater, ob er beim Brevier-Beten auch rauchen darf, was der Papst mit sofortiger Vehemenz ablehnt. Der Jesuit hingegen fragt den Heiligen Vater, ob er beim Rauchen auch das Brevier beten dürfe, was vom Pontifex gleich goutiert wird.
Wer betet, und wie wird gebetet? Die Antwort: jeder kann, darf und soll beten. Beten ist keine Sache für „Profis“ (Ordensleute, Priester, Papst). Das „Wie“ ist vielfältig. Gebet kann formal, informell, verbal oder non-verbal, aktiv (also im rituellen bzw. liturgischen Ausdruck) oder kontemplativ sein. In all diesen Formen ist Gebet Kommunikation mit Gott.

Biblische Gestalten im Gebet
Wir können beten, wie „uns der Schnabel gewachsen“ ist, gleich einem Gespräch mit einem Freund. Wir können aber auch nur hinhören, auf das was Gott zu uns spricht. Die heilige Theresa von Avila nennt das das innere Beten: „Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.“ (Das Buch meines Lebens 8,5).
Wie in der Kommunikation mit unseren Mitmenschen, kann man sich eben auch in der Kommunikation mit Gott in verschiedener Art und Weise ausdrücken. Dabei kann Gott auch zu unserem Feind werden, wie auch der Mitmensch zum Feind werden kann. Dementsprechend gestaltet sich dann auch die Kommunikation. So dürfen wir Gott anklagen und mit ihm richten. Da unser Leben nicht nur ein Zuckerschlecken ist, sondern eben auch saure Trauben bereithält, so ist auch unsere Beziehung zu Gott nicht immer nur von Lob und Dank geprägt, sondern eben auch vom Schrei nach dem Warum, dem Klageruf. Es hilft dem Klagebeter, seine Verzweiflung vor Gott in Worte zu fassen oder aber auch fassungslos dazusitzen und zu weinen.
Wir alle kennen die Geschichte des Ijob (Hiob). Als dieser Gott sein ungerechtes Leid vorwarf und dafür von seinen Freunden zurechtgewiesen wurde, stärkte Gott Hiob den Rücken gegen seine besserwisserischen und moralisierenden Freunde (Hiob 42,7). Kein geringerer als unser Herr Jesus Christus selbst ruft klagend am Kreuz: „Eloi, eloi, lemma sabachtani!“ („Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen“ Ps 22,1). Viele Psalmen sind Klagegebete. Es mag dem ein oder anderen unpassend vorkommen, mit Gott zu schimpfen. Doch Gott kennt uns, unser Innerstes. Solange wir uns in unserem Elend klagend an ihn wenden, haben wir an ihm auch noch nicht aufgegeben. Zwei Beispiele aus den Psalmen sollen das hier verdeutlichen: „Herr, wie lange wirst Du mich noch vergessen?“ (Ps 13,2). „Ich rufe zu Gott, ja, ich schreie immer wieder, damit der mich endlich hört.“ (Ps 77, 2). Juden und Christen verehren Abraham als den „Vater des Glaubens“, ein Name, der auch Titel für ihn ist, und damit eine hohe Auszeichnung, weil er in Gott sein ganzes Vertrauen setzte. Er nahm sich Zeit in seinem Leben, um sich durch Gebet ganz in die Gegenwart Gottes begeben zu können. Ein wunderbares Streitgebet ereignet sich zwischen Abraham und Gott im Zusammenhang der Frage, ob die Guten mit den Bösen mit bestraft werden müssen. Um kollektive Verantwortung geht es in dieser Auseinandersetzung und Abraham „gewinnt“: „Nachdem der Herr das Gespräch mit Abraham beendet hatte, ging er weg, und Abraham kehrte heim“ (Gen 18,33) und Sodom wurde verschont ob der zehn Gerechten.
Mose ist in ständigem Gebetskontakt mit Gott. In Ex 33 erfahren wir, dass Gott und Mose von Angesicht zu Angesicht wie Freunde miteinander reden. Im sog. Offenbarungszelt, das auf dem Weg zurück ins Gelobte Land für Mose aufgeschlagen wird, halten die beiden Zwiesprache: „Auch was du jetzt verlangst, will ich tun, denn du hast nun einmal meine Gnade gefunden, und ich kenne deinen Namen“ (Ex 33,17). In Ex 34 gibt sich Gott sodann dem Mose am Sinai zu erkennen, und Gott schließt mit Mose und dem „störrischen“ Volk einen Bund.
Im Zusammenhang mit dem Klagegebet begegnete uns bereits Jesus. Er, der Sohn Gottes, ist der vollkommene Beter, der für uns beim Vater eintritt. In der Begegnung mit Petrus hält Jesus ihm gegenüber fest: „Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre” (Lk 22,32). Es sind dann Jesu Jünger, die den Herrn bitten, ihnen das Beten beizubringen: „Herr, lehre uns beten“ (Lk 11,1), und er gibt ihnen das Vaterunser. Jesus selbst zieht sich immer wieder zurück, um das Gebet mit seinem himmlischen Vater zu suchen. Hier eine Auflistung seiner Gebete: Joh 12,27-28; 17,1-26; Lk 22,31-32; Mt 26,39-42; Lk 22,44; Lk 23,33-34; Mt 27,46; Lk 23,46 – diese letzte Stellenangabe zeugt wohl vom innigsten Gebet Jesu, wenn er sterbend am Kreuz sagt: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Dieses Mandatum Jesu als Beweis seiner totalen Hingabe. Wie Jesus zuvor in Lk 23,34 seinen Vater noch um Verzeihung für seine Peiniger bittet, da sie nicht wüssten, was sie tun, bittet auch der hl. Diakon Stephanus bei seiner Steinigung (Apg 7,60) Gott, die Sünde seiner Folterer nicht anzurechnen, (andere Übersetzung sagt: ihnen die Sünde nicht zu behalten). In diesen beiden Bitten Jesu und Stephanus‘ geschieht im Gebet, was Jesus im Vaterunser lehrt: „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Echte Beter schaffen diesen Schritt.

Die Dramaturgie des Gebets am Beispiel des hl. Augustinus
Eine ganz besondere Form des Gebets schenkt uns der heilige Kirchenlehrer Augustinus, Bischof von Hippo (354-430). In seinen Confessiones (Bekenntnissen) schafft er eine neue literarische Gattung, durch die er mit seinem bisherigen Leben aufräumt. In brutaler Ehrlichkeit verfasst er dieses Werk in dreizehn Büchern, die sich wie eine Mischung aus Autobiographie und Psalmen lesen. In einer dialogischen Weise gegenüber Gott, aber auch seinen Lesern, legt er all seine Exzesse, Abirrungen, Erschütterungen, seinen Karrierehunger, Hochmut, seine Klagen, Depressionen und Gottesbegegnungen, Lob an den Schöpfer und Dank für die Fügungen dar. Er erfährt mehrere Konversionen, die letztendlich den zweiten Teil seines Lebens zu einem einzigen Gebet machen. Im ersten Buch, Kapitel fünf, betet er: „Wem anders als dir kann ich zurufen? Mach mich rein von verborgenen Fehlern und bewahre deinen Knecht vor fremder Missetat. Ich glaube, darum rede ich, Herr, du weißt es ja. Habe ich dir, mein Gott, nicht mein Vergehen bekannt, und hast du mir nicht vergeben meines Herzens Rücksichtslosigkeit? Wir sehen hier exemplarisch, wie innig er sich in der Beziehung mit Gott erfährt. Sei Gebet ist eine wahre Herzensangelegenheit, aus der heraus er sein ganzes Leben dann auch äußerlich gestaltet. Seine tiefe Gottverwurzeltheit steckt an, so dass sich ihm viele anschließen. Er wird zum geistlichen Vater für viele Menschen seiner Zeit. An die Witwe Proba schreibt er über das Gebet Folgendes: „Durch unser Gebet soll unser Verlangen gestärkt werden, damit wir imstande sind zu erfassen, was Gott zu geben beabsichtigt. Denn dies ist sehr groß, wir aber sind an Fassungskraft klein und beschränkt. Umso fähiger werden wir sein zum Genusse jenes erhabenen Gutes, je treuer wir daran glauben, je zuversichtlicher wir darauf hoffen, je glühender wir nach ihm Verlangen tragen. Immer also wollen wir dieses von Gott erwarten, immer darum bitten. Darum sollen wir von anderen Sorgen und Geschäften weg, die kältend auf jene Sehnsucht wirken, zu gewissen Stunden den Geist zum Gebete rufen, damit wir als unsere eigenen Mahner uns im Gebetswort auf das hin sammeln, was unser Sehnen ist, auf dass nicht ganz erkalte, was schon lau geworden, und nicht ganz erlösche, was je und je entfacht sein will.“ (Ep 130 VIII/17.IX/18) Für den Beter ist es wichtig, nicht nur mit Worten in Gemeinschaft wie z.Bsp. beim Gottesdienst mit Gott in Kommunikation zu treten, sondern vor allem sich in die Stille zurückzuziehen und sich schweigend auf seine Gegenwart einlassen. Augustinus will, das wir durch Gebet, ganz gleich wie wir es praktizieren, unsere Beziehung zu Gott pflegen und damit die Sehnsucht nach einem Leben in Ihm und aus Ihm wach halten. Gebet ist damit die Zündkerze zum Motor Gott. Der Effekt ist das Leben, das wahre Leben.

Das Gebet der Kirche – Die Heiligung des Tages
Der Katechismus formuliert wie folgt: „Gott ruft jeden Menschen unermüdlich zur geheimnisvollen Begegnung mit ihm. Das Gebet begleitet die Heilsgeschichte als ein Rufen Gottes nach dem Menschen und ein Rufen des Menschen nach Gott.“ (KKK 2591). Gebet geschieht also wechselseitig, als dia-logos eben; als Wortaustausch. Das erste Wort dabei kommt von Gott, der mit seinem Wort alles ins Dasein gerufen hat, der uns beim Namen ruft. Der Mensch ist der Antwortende: „Rede Herr, dein Diener hört.“ (1Samuel 3,9). Samuels Mutter Hannah gab ihrem Sohn diesen Namen, weil Gott ihr Gebet erhört hatte, in dem sie ihn bat, ihr einen Sohn zu schenken, den sie wiederum dem Tempel übergab. (1 Samuel). Denn das Wort Samuel bedeutet „Gott erhört“. Das erste Gebet überhaupt ist der Schöpfungshymnus in sechs Strophen mit dem jeweiligen Refrain: „Gott sah alles, was er gemacht hatte, dass es gut was bzw. sehr gut war“ (Gen. 1). Die Psalmen wurden oben bereits erwähnt. Sie sind eine Sammlung von 150 Gebets-, Klage-, Dank- und Lobliedern an Gott. In ihnen wird die ganze Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk besungen und das Kommen des Messias herbei gesehen, herbei gebeten. In Ps 119, 164 heißt es: „Sieben Mal am Tag singe ich dein Lob.“
Die Zahl sieben ist hier symbolisch gemeint, sie findet sich etwa in der Aufforderung des Apostels Paulus wieder, wenn er sagt: „Betet ohne Unterlass!“ (1Thess 5,17). Wir können zu jeder Tag- und Nachtzeit beten und an jedem Ort. Auch können unsere Tätigkeiten als solche durch das Gebet durchdrungen sein, so versteht es die Regel des hl. Ordensvaters Benedikt in der Aufforderung ora et labora („bete und arbeite“). Die Kirche kennt in der Tat die sieben Offizien des Tages, also Gebetszeiten zu mehr oder weniger festgesetzten Zeiten: Invitatorium mit Lesehore (Matutin) in der Früh; Laudes = Morgengebet (-lob); die Prim nach dem Morgengebet, die Terz am Vormittag, die Sext zu Mittag; die Non am Nachmittag, die Vesper = Abendgebet und die Komplet, die den Tag komplettiert, also das Nachtgebet der Kirche. Man spricht auch vom Stundengebt, das in der Hauptsache aus den Psalmen besteht. Die Laudes, die Vesper und die Komplet kennen darüber hinaus noch jeweils einen Evangeliumstext, der ganz charakteristisch zum täglichen Stundengebet gehört: das Benedictus zu den Laudes (der Lobgesang des Zacharias: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels“ Lk 1,68-79); das Magnificat zur Vesper (der Lobgesang der Gottesmutter Maria: „Hoch preist meine Seele die Größe des Herrn“ Lk 1,46-54) und des Nunc dimitis zur Komplet (der Lobgesang des greisen Simeon: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden“ Lk 2,29-32). Priester und Ordensleute versprechen in ihren Gelübden, dieses Stundengebet der Kirche – das Offizium = Dienst, Aufgabe, Pflicht (engl.: office) – zu verrichten. Die Laien sind herzlich eingeladen, es ebenso zu tun. Man unterscheidet beim Offizium zwischen dem monastischen Stundengebet, dass innerhalb eines Tages alle 150 Psalmen beinhaltet und kaum andere Gesänge oder Riten mit einschießt und damit kontemplativer Natur ist, und das Kathedraloffizium, das neben den Psalmen in geringerer Anzahl, auch Licht- und Weihrauchelemente wie auch Hymnen kennt, welches dann das Gebet der participatio actuosa darstellt, also einer aktiven Gebetsform, an der alle Teilnehmer (Kanoniker einer Kathedral-, -Kollegiats- oder Probsteikirche) durch verschiedene Körperhaltungen, Antworten und alle Sinne einbezogen sind. Über die Jahrhunderte hat sich allerdings auch in den beschaulichen Klöstern eine mehr oder minder größere actio im Offizium herausgebildet und die Anzahl der Psalmen auf einen Wochen- oder gar Monatsrhythmus aufgeteilt.

Gebet in der Volksfrömmigkeit
Es gibt aber auch viele andere Formen des formalen Gebets, wie das Morgen- und Abendgebet aus verschiedensten Gebetsbüchern, wie dem Gotteslob oder anderen Büchern für die Laien. Der Rosenkranz wird auch oft Psalter genannt, weil der klassische Rosenkranz (freudenreiche, schmerzensreiche und glorreiche) aus 150 Ave Marias besteht, analog zu den 150 Psalmen in der Heiligen Schrift (abgesehen von den jeweils drei einleitenden Ave Maria (Glaube, Hoffnung und Liebe). Papst Johannes Paul II schenkte der Kirche die lichtreichen Geheimnisse des Rosenkranzes. Papst Paul VI. führte schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts die trostreichen Geheimnisse ein. Und dann gibt es noch viele andere „Gsatzln oder Gesätzchen, die in diversen Gebetsgruppen oder an Wahlfahrtsorten zusammengestellt wurden. Immer aber betrachten die Geheimnisse des Rosenkranzes das Leben Jesu eingebettet in jenes Gebet, das sich aus dem Gruß des Engels an Maria („Gegrüßet seist Du Maria voll der Gnade, der Herr ist mit Dir.“ Lk 1,28), der Anrede Elisabeths an Maria ihrer Begegnung („Du bist gebenedeit / gesegnet unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes“ (Lk 1,42) und unserer Bitte um ihre Fürsprache („Bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes“). Der Rosenkranz wird in Gemeinschaft, aber auch allein, persönlich gebetet. Der Rosenkranz ist nicht langweilig. Er wird kurzweilig, wenn die geistlichen Augen beim Inhalt des Gebetes bleiben, wenn die Augen auf das Heilsmysterium Christi gerichtet sind, welches wir im Rosenkranzgebet mitgehen, also nachvollziehen, wie Maria ihren Sohn begleitet hat. Das Ave-Maria-Gebet, also das Gegrüßet-Seist-Du-Maria gehört zum Schatz unserer Grundgebete, wie natürlich auch und zuerst das Gebet des Herrn, das sog. Vaterunser, das uns unser Herr Jesus Christus selbst zu beten gelehrt hat. Das Ehre-sei-dem-Vater, das Gloria (Ehre-sei-Gott-in der Höhe), wie auch das Glaubensbekenntnis sollen zum grundlegenden Gebetsschatz des Christen gehören. Dieses sind übrigens Gebete, die ein Kind in der Familie durch Eltern und Paten erlernen und damit kennen soll, wenn es mit acht oder neun Jahren mit der Erstkommunionvorbereitung beginnt.
Zu verschiedenen Jahreszeiten kennen wir spezifische Gebete, die ebenfalls in Gemeinschaft in Form von Andachten, wie auch allein gebetet werden können, wie den Kreuzweg, die Maiandacht oder bestimmte Litaneien (Herz-Jesu, Lauretanische, Novenen, usw.).
Drei Mal am Tag außerhalb vom gottesdienstlichen Kontext läuten unsere Kirchenglocken: morgens, mittags und abends. Wir nennen dieses Läuten das Angelus-Läuten, zu welchem wir den „Engel (Angelus) des Herrn“ beten, und uns dabei in das Geheimnis der Menschwerdung Gottes stellen, der aus der Jungfrau Maria Fleisch angenommen hat und unter uns wohnte. In der Osterzeit, also von Ostersonntag bis Pfingsten, wird dann statt des „Angelus-Gebets“ das „Regina coeli laetare!“ (Freu Dich, Du Himmelskönigin) gebetet, bei dem wir Anteil nehmen an der Freude der Gottesmutter Maria über die Auferstehung ihres Sohnes.
Viele andere Erbauungsgebete in Gebet- und Andachtsbüchern gibt es, die auch die Approbation der Kirche (nihil obstat bzw. imprimatur) haben, und so von ihr zum Gebet empfohlen werden.

Das ganz persönliche Beten und Betrachten
Neben dem gemeinschaftlichen und offiziellen Gebet braucht es unbedingt das persönliche Gebet, die private Auseinandersetzung mit Gott, wie es uns die großen biblischen Gestalten (s.o.) vorgemacht haben. Das persönliche Gebet kann aus vorgefertigten Texten bestehen, aber auch dem eigenen Gedankenfluss entspringen und in die totale Stille münden. Auch die Meditation ist Gebet. Einen biblischen Text oder den Text eines geistlichen Autors zu lesen und dann in der Stille zu reflektieren ist Gebet. Wenn wir meditieren, richten wir unseren Fokus auf Gott, so dass wir seine Gegenwart erkennen, und ihn bitten, uns den Sinn des Gelesenen zu erschließen. Auch die Betrachtung einer Ikone oder eines anderen Heiligenbildes kann uns helfen, in der Betrachtung Gott näher zu kommen. Zum Einstieg können uns vorformulierte Gebetstexte helfen. Doch je stiller wir werden, desto weniger Worte werden wir benötigen, um Gottes Gegenwart zu erspüren. So treten wir ein in Gottes heiligen Raum. Das Verweilen in einer Kirche vor dem Tabernakel schenkt uns die ganz konkrete Nähe zur eucharistischen Gegenwart Gottes. Noch intensiver wird die Begegnung mit ihm, wenn der eucharistische Leib Christi in der Monstranz ausgesetzt ist und wir kommen, um ihn anzubeten.
Aus der Orthodoxie kommt das Jesus-Gebet oder Herzensgebet. Dabei wir der Name Jesu und die Bitte um Sein Erbarmen immer wieder rezitiert, zuerst laut, dann verinnerlicht leise: „Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner.“
Dieses ist das Zitat aus Mk 10,47 vom blinden Bartimäus, der Jesus auf sich zukommen hört und ihm zuruft: „Jesus, Sohn Davids, erbarme Dich meiner“. In Korrespondenz mit der Atmung wird dieser Satz immer wiederholt: beim Einatmen „Herr Jesus Christus“; beim Ausatmen „Erbarme Dich meiner.“ Durch jahrelange Einübung kann ein Mensch dazu kommen, diese Gebetsübung in seinem Alltagsrhythmus zu verselbständigen.

Die Eucharistiefeier
Das größte Gebet der Kirche ist wohl die Eucharistiefeier. Besonders die Priester sind strengstens dazu angehalten, jeden Tag das eucharistische Opfer darzubringen. Die Gläubigen sind immer dazu eingeladen und sonn- und feiertags sogar zur Mitfeier verpflichtet. Doch die Mittfeier soll nicht als Pflicht empfunden werden, vielmehr als ein Privileg, in Gemeinschaft Gott erleben, preisen und danken zu dürfen. Die Eucharistiefeier ist die große Danksagungsfeier des ganzen Gottesvolkes an den himmlischen Vater für das Erlösungsopfer seines Sohnes, das er für uns alle dargebracht hat. So richtet sich das Hochgebet (Canon) der Messe an den „gütigsten Vater“ („Te igitur clementissime Pater“), die Opfergaben des Volkes (Brot und Wein) anzunehmen, die von der ganzen Kirche und für die ganze Kirche dargebracht werden. Er schenkt sie uns zurück im Leib und Blut seines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. In der Feier der heiligen Messe sind viele Gebete eingebettet. Das Volk Gottes, das sich zu seiner Ehre am Altar versammelt hat, bekennt sich zu seinen Sünden, und bittet alle Engel und Heiligen und alle Anwesenden bei Gott für einander zu beten (Confiteor / Schuldbekenntnis). Das sonn-und feiertägliche Gloria (außer in der Advents- und Fastenzeit) lässt uns in den Lobpreis der Engel über den Feldern von Bethlehem einstimmen „Ehre sei Gott in der Höhe“). Es folgt das im deutschen unglücklich benannte sog. Tagesgebet. Im lateinischen Messbuch heißt dieses Eröffnungsgebet Collecta, weil es die Anliegen des versammelten Volkes zusammenfasst und in einer Gebetsformel durch den Zelebranten „auf einen Nenner“ bringt. Das Tagesgebet zieht sich den ganzen Tag hindurch, durch alle Stundengebetszeiten (oben angeführt). Auch die Lesungen (AT bzw. Apg, Ps, NT und EV) können als Gebet verstanden werden, da sie uns die großen Taten Gottes vor die ehrfürchtigen Augen des Gläubigen führen.
Die oft sehr langen Lesungen der Fastenzeit haben allerdings katechetischen Charakter, also unterweisende Funktion für die Taufkandidaten (Katechumenen), die in der Osternacht getauft werden. Wenngleich natürlich die Lesungen zu allen Jahreszeiten auch Verkündigungsaufgabe haben. Nach dem sog. Wortgottesdienst mit dem Beginn des zweiten Teils, der Eucharistiefeier im engen Sinn, werden die Gaben zum Altar gebracht und der Priester opfert sie für sich und das versammelte Volk. Er bittet die Gläubigen zu beten, Gott möge das Opfer aus des Priesters Hand annehmen (das sog. Suscipiat: „Der Herr nehme das Opfer an aus deiner Hand“). Daran schließt sich das Gaben- oder Opfergebet an. Die feierliche Präfation, mit der wir unsere Herzen zum Herrn erheben („sursum corda“), leitet das Hochgebet ein, das mit dem dreimaligen Qadosh (Trishagion: Sanctus, sanctus, sanctus /Heilig, heilig, heilig) dem Gesang der Engel aus der Offenbarung und dem Benedictus, dem Gesang der Kinder beim Einzug Jesu in Jerusalem („Benedictus, qui ventit“ – „Hochgelobt sei der da kommt im Namen des Herrn“; der nämlich auch in dem Moment kommt auf den Altar) beginnt. Dann, wie oben schon angesprochen, folgt das große Offizialgebet des Priesters, das Hochgebet, das er für das ganze Volk spricht, in dem dann die Opfergaben von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu verwandelt werden, wie er es uns selbst aufgetragen hat („Tut dies zu meinem Gedächtnis, so oft ihr diese tut.“). Die versammelte gläubige Gemeinde bestätigt das im Hochgebet durch den Priester Gesagte und Vollzogene durch das Amen. Im anschließenden Kommunionritus wird jenes Gebet gebetet, in das Jesus uns selbst unter heilsamer Anordnung unterwiesen hat, das Vaterunser. Im Agnus Dei, dem Lamm-Gottes-Gebet/ -Gesang wird dann Christus, der am Altar gegenwärtig ist, mit den Worten des hl. Johannes des Täufers als Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt, bekannt und um dessen Erbarmen gebeten, also auch um seinen Frieden, den nur er geben kann.
Vor dem Kommunionempfang, zitiert der Gläubige die Worte des heidnischen Hauptmanns, der für einen Diener bittet: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird mein Diener / meine Seele gesund“ (Mt 8,5). Danach folgt eine ganz persönliche Stille, die es zuvor in der Messfeier noch nicht gab, da das gemeinsame Loben, Danken und Beten im Vordergrund stand. Nun, nach dem Kommunionempfang ist jeder ein Tabernakel, hat Christus ganz bei sich und verharrt mit ihm im Gebet. Die Messfeier wird mit dem Schlussgebet abgeschlossen. Beendet wird sie dann mit dem Segensgebet, denn es ist nicht der Priester, der segnet, sondern Gott. Der Priester ist sein Instrument. Im „ite missa est“ – „Gehet hin, ihr seid gesendet / Gehet hin in Frieden“ – erhält dann jeder und jede den Auftrag, das Gefeierte in die Welt hinauszutragen, wie die Jünger, die von Jesus gesandt wurden: „Geht in alle Welt und verkündet allen Völkern das Evangelium“ (Mk 16,15). Hier wird einmal mehr deutlich, dass auch die Nichtgeweihten, jeder Getaufte einen Missions- und Gebetsauftrag hat, in der je ihm/ihr eigens zukommenden Aufgabe und Berufung.

„Wohin soll ich mich wenden?“
Gebet als Dialog mit Gott tritt aus dieser Welt heraus. Unsere Gebetsrichtung geht zu Gott. Wir richten uns ihm aus. Wir wenden unsere Augen ihm zu. Das kann innerlich geschehen, aber auch äußerlich. Das Wort Orientierung beinhaltet das lat. Wort oriens, was zu Deutsch Osten bedeutet. „Ex oriente lux“ – aus dem Osten kommt das Licht. Mit dem Licht ist Christus gemeint („Ich bin das Licht der Welt“ Joh 8,12). Diesem Licht schauen und gehen wir entgegen. Alte Kirchen sind daher geostet, weil alle Teilnehmer an den Feiern der heiligen Mysterien (Priester und Volk) bei der Eucharistiefeier gemeinsam auf Christus zugehen. Auch wenn sich die Stellung des Priesters am Altar im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils geändert haben mag (was von diesem Konzil allerdings in keinem Wort eingefordert wird), so bleibt der Blick der Gläubigen wie auch des Priesters auf den Altar bzw. auf das Altarkreuz gerichtet. Das Gebet und damit auch die Eucharistiefeier ist Dialog mit Gott, also vertikal ausgerichtet, niemals horizontal. Sollte der Priester am Altar dem Volk zugewandt stehen, so sind doch seine Augen auf den Altar und das Altarkreuz gerichtet, denn er spricht in seinem Gebet immer Gott an; „wir bitten Dich, allmächtiger Gott….“, „Dich, gütigster Vater, bitten wir…“, „Vater unser, im Himmel“, usw. So sind auch die Augen der Gläubigen auf oder zum Altar gerichtet. Die Gefahr einer dem Volk zugewandten Zelebration durch den Priester besteht darin, dass das Gebet zu einem Dialog zwischen der versammelten Gemeinde und dem Priester wird, also in der Horizontale hängen bleibt, was dann in manchen Fällen zu seltsamsten Gestaltungsauswüchsen führen kann. Wenn wir Gott im Gebet ansprechen und ihn bitten, müssen wir dieses auch äußerlich zum Ausdruck bringen, damit es sich verinnerlichen kann. Die Kirche nennt dieses Prinzip lex orandi – lex credendi (das Gesetz des Betens entspricht dem Gesetz des Glaubens). Der Glaube ist uns als ein Geschenk gegeben (Depositum fidei). Diesem von Gott geschenkten Glauben muss also auch die Ausdrucksform, die Feierform, die Gebetsform entsprechen, sonst wird der Glaube entstellt, verfremdet, verfälscht, und er entfernt sich von Gott, geht der vertikalen Dimension verlustig und bleibt in der rein zwischenmenschlichen Ebene, oder gleitet sogar ganz ab.
Auch die Feier der anderen Sakramente sind Gebet: Taufe, Firmung, Ehe, Weihe, Beichte, Krankensalbung. Immer sind sie Feier der Gegenwart Gottes, Eintritt in sein Geheimnis und Bitte um Erlösung.
Weil die Feiern dieser Geheimnisse so bedeutsam, weil heilsam sind, benötigen sie auch eine entsprechende Disposition des Gläubigen. Hier ist dann auch jeder Einzelne gefordert, im Gebet um die Gnade zu bitten, in rechter Weise heilswirksam daran teilnehmen zu können, und sich nicht das Gericht zuzuführen (vgl.1Kor 11,27-29).

Der heilige Johannes von Damaskus sagt: „Das Gebet ist die Erhebung der Seele zu Gott oder eine an Gott gerichtete Bitte um die rechten Güter.“ Diese Satz sagt wohl alles, in welcher Beziehung der Beter zum Angebeteten steht. Wir Menschen sind erlösungsbedürftig. Das echte, auf Gott gerichtete Gebet macht uns demütig gegenüber dem, der uns geschaffen hat, denn „er hat Großes an uns getan“, und hat Großes mit uns vor. Dieses Große ist sein Wille, den wir im Gebet erkennen können („Dein Wille geschehe…“).

Sprechen – Sprache – Sprachlosigkeit
Wie also soll gebetet werden? Wie schon oben erwähnt, sind es die Jünger Jesu selbst, die ihn bitten, er möge ihnen das Beten beibringen. Und er schenkt ihnen und damit auch uns das Vaterunser-Gebet. Im Titel und der Anrede des Gebetes erfahren wir auch schon, wie unsere Sprache im Dialog mit Gott sein darf, nämlich persönlich und vertraulich. Wir dürfen Gott Vater nennen. Schließlich sind wir durch den Glauben seine Erben, ausgerüstet mit dem Heiligen Geist im Herzen, der ruft „Abba“ – „Vater“ (Gal 4,6). In allen Gebetstexten der Kirche wird Gott in all seiner Erhabenheit und Allmacht mit „Du“ von uns adressiert. Wie uns schon das Beispiel vom hl. Augustinus (s.o.) deutlich gemacht hat, können wir mit Gott schonungslos ehrlich umgehen. Er kennt uns immerhin, bevor wir ihn erkennen. Er kennt uns in- und auswendig. Was allerdings mit uns geschieht, wenn wir uns ihm gegenüber in vertrauter Zweisamkeit im Gebet öffnen ist, dass wir uns dabei selbst entdecken. Wenn wir werden sollen wie die Kinder (vgl. Mt 18,3), dann kann auch unser Gebet kindlich sein, d.h. getragen von Vertrauen und Zuneigung, mit einfachen Worten, und manchmal auch nur gestammelt. Kleinkinder sind auch nicht in der Lage, sich sprachlich richtig zu artikulieren, und doch wissen Mama und Papa, was sie brauchen. Unser Vater im Himmel weiß, was wir brauchen (vgl. Mt 6,8). Letztendlich können unsere Worte die Größe Gottes nie erfassen, aber sie erreichen ihn. Gott versteht jede Sprache. Er führt Menschen aus allen Sprachen und Nationen zusammen, die sein Lob preisen und sein Wort hören, wie uns das Pfingstereignis vor Augen führt (Apg 2). Bevor Jesus seinen Jüngern das Vaterunser lehrt, ermahnt er sie, im Gebet nicht zu „plappern, wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen“ (Mt 6,7). Es geht nicht um die Quantität, sondern die Qualität.
Im Leben kann es Situationen geben, in denen ist man einfach sprachlos, da verschlägt es einem einfach die Sprache, auch vor Gott, weil Trauer, Angst o.ä. einen einfach überwältigt. Und genau in diesen Momenten schaut Gott besonders auf uns und in uns hinein. Er ist da, auch wenn wir ihn nicht ansprechen, wenn wir sprachlos mit ihm kommunizieren. Der hl. Paulus spricht uns in solchen Situationen Mut zu mit folgenden Worten: „So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist jedoch tritt für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26).
Die Sprache des Gebets entspricht der Sprache des Beters, dessen, der sich an Gott wendet. Kollektive Gebetssprache ist oft von der Alltagssprache abgesondert, um einen gemeinsamen Sprachnenner zu haben, da jeder – zumindest in seinem sozialen Umfeld (peer group) – sein eignes Vokabular und eigene Redewendungen verwendet. Aber auch um deutlich zu machen, dass die Gebetsversammlung, der Gottesdienst dieser Welt entrückt ist, da wir, wenn wir in das Geheimnis Gottes eintreten, in sein Reich eintreten, das eben nicht von dieser Welt ist. Daher sollte nicht Resignation bestehen, wenn so manche Gebetsformulierung nicht verstanden wird, sondern Ermutigung herrschen, zum wahren Verständnis zu gelangen. Da Gott mit menschlichen Begriffen nicht beigekommen werden kann, ist es auch nicht notwendig, jedes Wort im Gebet intellektuell nachvollziehen zu müssen. Viele Kirchen und kirchliche Gemeinschaften kennen eigene liturgische Sprachen. Diese setzen sich bewusst von der Alltagssprache ab. Sie werden nicht als Verkehrssprachen verwendet, daher werden sie auch manchmal „tote Sprachen“ genannt, da sie in keiner Nation oder Region mehr gesprochen werden, außer eben im Gottesdienst, in der Liturgie.
In der Römisch-Katholischen Kirche gilt Latein als Kirchensprache, wobei seit den liturgischen Neuerungen im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils auch die Landessprachen Verwendung finden dürfen. Dem Latein soll aber immer noch der Vorzug gegeben werden, so die Konstitution über die Liturgie Sacrosanctum concilium. Die lateinische Sprache in der Liturgie der Katholischen Kirche verbindet die Ortskirchen auf dem ganzen „Erdkreis“, ist also eine globale Sprache. In den vornehmlich orthodoxen und orientalischen Kirchen (manche davon sind mit Rom uniert) finden folgende Sprachen Anwendung: Koine-Griechisch (Griechisch des Neuen Testamentes), Alt-Slawisch, Alt-Äthiopisch, Koptisch, Alt-Syrisch, Alt-Armenisch, u.ä. Auch in christlichen Gemeinschaften der Reformation gibt es eigene liturgische Sprachen. So verwenden die lutherischen Konfessionen das Deutsch des 16/17. Jahrhunderts, wie auch die Anglikaner die englische Sprachform Shakespeares verwenden mit den charakteristischen „th“- Lauten für die Anreden Gottes in der zweiten Person Singular (thee, thou, thine; Bsp: „Thou art in heaven“ = „der Du bist im Himmel“), so wie die „s“-Endungen der Verben in der zweiten Person Singular im Althochenglischen „th“ formuliert werden (Bsp.: we beseecheth thee = wir bitten Dich) . Die Brüdergemeinden der Widertäufer (Anabaptisten) in den USA und Kanada verwenden in ihren Gottesdiensten das Deutsch in der Version, wie es aktuell war als sie die „Alte Welt“ verließen, sie sprechen dann das sog. Pennsylvania Dutch. Es soll also in all diesen Fällen eine bewusste Sakralsprache angewandt werden, um das Sakrale, das Heilige besonders hervorzuheben. Damit wird deutlich, dass Gebet und Liturgie über den menschlichen Intellekt, den Verstand hinausgehen, und die Erhabenheit des Feiergeheimnisses auch in der gottesdienstlichen Sprache seinen Niederschlag findet. Selbst wenn die Liturgie, der Gottesdienst, das Gebet in der Volks- oder Landessprache stattfinden, ist doch das Vokabular ein anderes, als das der Umgangssprache oder Verkehrssprache.

Abschluss
Der am 14. August 1941 im Stammlager des KZ Auschwitz ermordete Franziskanerpater Maximilian Kolbe sagt: „Das Gebet ist die Erhebung der Seele zu Gott. In der Praxis ist das nichts anderes als die Vereinigung unseres Willens mit dem Willen Gottes.“ „Mit dem Beten wollen wir immer schnell fertig sein, denn wir vergessen, dass Beten das Wichtigste ist, um gut zu handeln.“ (M. Kolbe)

Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir.
Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu Dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mit und gib mich ganz zu Eigen Dir.
(Nikolaus von der Flüe 1417-1487)

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